Eingang 16
ATL-2026-15133412 · Kinderneurologie / SPZ, Dr. Neumann (Überweiser · E-Mail)

Globale Entwicklungsverzögerung, Epilepsie, Hypotonie, Mikrozephalie, verzögerter…

Junge, 4 Jahre
Details
Global developmental delayDelayed speech and language developmentEpileptic seizuresHypotoniaMicrocephalyglobale Entwicklungsverzögerungverzögerter Spracherwerbepileptische AnfälleHypotonieMikrozephaliediskrete faziale Auffälligkeitenverzögerte motorische Meilensteinemit Atlas AI strukturiert
QuelleÜberweiser
Knowledge-Basev2026.05
EinwilligungGenDG dokumentiert
EvidenzOMIM · Orphanet · ClinVar · HPO
Abgeschlossen · re-auswertbarReanalyse aktiv · v2026.05Zuletzt: Befund ausgeliefert · Dr. E.-K. Suk · 15:15 Uhr
Reanalyse · Schritt 6/6
Atlas-OS-Auftrag#399
Aktueller StatusAuftrag eingegangen · in Prüfung
Fulfillment-LaborAtlas Biolabs
Rohstatusreceived · pending_quote_review
Aktualisiert2026-08-17 18:10
QuelleAtlas OS · sichtbar in Superadmin
Humangenetik Berlin
Humangenetischer Befund · signiert
Ärztlich signiert
Report-ID
R-ATL-2026-15133412
Fallnummer
ATL-2026-15133412
Atlas-OS-Auftrag
399
Patient (pseudonym.)
Junge, 4 Jahre
Material
EDTA-Blut (Index + beide Elternteile)
Probeneingang
Befunddatum
2026-06-29
Methode
Trio-Exomdiagnostik (WES), Index + beide Elternteile; SNV/Indel + de-novo-Analyse

Indikation

Prüfung, ob eine Trio-Exomdiagnostik bei dem Patienten sinnvoll ist.

Auftrag

Trio-Exomdiagnostik (Trio-WES), Index + beide Elternteile

Ergebnis

Befund mit diagnostischer de-novo-Variante

Im Rahmen der Trio-Exomdiagnostik wurde eine heterozygote de-novo-Variante c.1217G>A; p.(Arg406His) im STXBP1-Gen identifiziert. Diese Variante ist gemäß ACMG/ACGS-Kriterien als pathogen klassifiziert und erklärt den klinischen Phänotyp mit globaler Entwicklungsverzögerung, Epilepsie und weiteren neurologischen Auffälligkeiten.

Nachgewiesene Varianten

GenTranskriptVarianteGenomische PositionZygotieErbgangMAFKlassifikation
STXBP1NM_003165.6c.1217G>A; p.(Arg406His)chr9:130426974 G>A (hg19)heterozygotAD (de novo)0 (gnomAD)pathogen (+10)

STXBP1 · c.1217G>A; p.(Arg406His)OMIM 602926

STXBP1 (Munc18-1) reguliert die synaptische Vesikelfusion; Haploinsuffizienz ist mit frühkindlicher Epilepsie und Entwicklungsverzögerung assoziiert. De-novo-Loss-of-function- und Missense-Varianten sind ein etablierter Mechanismus für STXBP1-Enzephalopathie (prototypische, synthetische Annahme). Entwicklungs- und epileptische Enzephalopathie (prototypisch)

ACMG/ACGSStärkePunkteBeschreibung
PS2strong+4De novo bestätigt (Trio: in beiden Eltern nicht nachweisbar) — prototypisch. PMID: 25741868
PM2moderate+2Variante fehlt in der gnomAD-Populationsdatenbank. gnomAD
PP3supporting+1In-silico-Tools sagen einen schädigenden Effekt voraus (REVEL, SpliceAI). PMID: 27666373
PP2supporting+1Missense in einem Gen mit niedriger benigner Missense-Rate und etabliertem Missense-Mechanismus. ClinGen

Klinische Interpretation

Die identifizierte de-novo-Variante im STXBP1-Gen ist pathogen und erklärt die klinische Symptomatik des Patienten mit globaler Entwicklungsverzögerung und Epilepsie. Die Befundlage stützt sich auf etablierte Klassifikationskriterien und Literatur. Eine genetische Ursache für die Erkrankung wurde somit nachgewiesen.

Empfehlung

Es wird empfohlen, die genetische Diagnose in die klinische Betreuung einzubeziehen. Eine genetische Beratung der Familie sollte erfolgen, um die Bedeutung der de-novo-Variante zu erläutern und mögliche Konsequenzen für Familienplanung und weitere Diagnostik zu besprechen. Die Durchführung einer Trio-Exomdiagnostik war in diesem Fall zielführend und sollte bei vergleichbaren klinischen Konstellationen als Standardverfahren in Erwägung gezogen werden.

Genetische Relevanz

Die STXBP1-Variante ist pathogen und verursacht eine autosomal-dominante neurodevelopmentale Störung mit Epilepsie. Die de-novo-Entstehung unterstreicht die Bedeutung der Trio-Analyse zur Identifikation solcher Varianten. Die genetische Diagnose ermöglicht eine gezielte Betreuung und Beratung.

Methoden

Trio-Exomdiagnostik (Whole Exome Sequencing): Die Analyse erfolgte mittels Hochdurchsatz-Sequenzierung des gesamten Exoms von Patient und beiden Elternteilen. Die bioinformatische Auswertung umfasst die Detektion von SNVs, Indels sowie eine de-novo-Analyse zur Identifikation neu aufgetretener Varianten im Patienten. Die verwendete Methodik entspricht aktuellen Standards der Humangenetik.

Qualitätskontrolle

  • Die durchschnittliche Exomabdeckung liegt über 95% bei mindestens 20-facher Tiefe.
  • Die für die Analyse relevanten Regionen sind umfassend abgedeckt.
  • Die Qualität der DNA-Proben war für die Analyse ausreichend.
  • Klassifikationsrahmen: ACMG / ACGS-2024v1.2 / ClinGen

Limitationen

Die Trio-Exomdiagnostik kann strukturelle Varianten, tief intronische Veränderungen sowie epigenetische Modifikationen nicht zuverlässig detektieren. Zudem besteht eine Restunsicherheit bei der Interpretation von Varianten unklarer Bedeutung. Negative Befunde schließen eine genetische Ursache nicht vollständig aus.

Referenzen

  1. PMID:23412345
  2. PMID:34567890
  3. ClinGen Dosage Sensitivity Map
  4. gnomAD
  5. ClinVar
Ausstellende InstitutionHumangenetik Berlin
Verantwortlicher ArztDr. E.-K. Suk
Signiert vonDr. E.-K. Suk
Auslieferung: Kinderneurologie / SPZ, Dr. Neumann (Überweiser · E-Mail) · Kanal portal · Status sent
Prototyp · synthetische/pseudonymisierte Daten · keine klinische Nutzung.
Ein hochgeladener externer Befund wird die autoritative Version; der Atlas-Entwurf wird als Hilfsentwurf markiert.
Befund-Versionen1 Version(en) · append-only
R1 · R-ATL-2026-15133412ausgeliefert · Atlas AI · signiert 15:15 Uhr · 0239d658
Auslieferungan Einsender geliefert · Patientenfassung optional
ExportPDF · JSON · FHIR-ready
Auditvollständig · v2026.05 gespeichert
Reanalysenoch nicht ausgeführt
Vergleicht den gespeicherten Befund gegen die aktuelle Wissensbasis und protokolliert das Ergebnis.
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