Eingang 14
ATL-2026-07404663 · Kinderneurologie / SPZ Dr. Neumann (Überweiser · E-Mail)

Globale Entwicklungsverzögerung, verzögerter Spracherwerb, epileptische Anfälle, …

Junge, 4 Jahre
Details
HP:0001263HP:0002376HP:0001250HP:0001252HP:0000252HP:0001999HP:0001270globale Entwicklungsverzögerungverzögerter Spracherwerbepileptische AnfälleHypotonieMikrozephaliefaziale Auffälligkeitenverzögerte motorische Meilensteinemit Atlas AI strukturiert
QuelleÜberweiser
Knowledge-Basev2026.05
EinwilligungGenDG-Aufklärung vorzubereiten
EvidenzOMIM · Orphanet · ClinVar · HPO
Abgeschlossen · re-auswertbarReanalyse aktiv · v2026.05Zuletzt: Befund ausgeliefert · Dr. E.-K. Suk · 07:42 Uhr
Reanalyse · Schritt 6/6
Atlas-OS-Auftrag#386
Aktueller StatusAuftrag eingegangen · in Prüfung
Fulfillment-LaborAtlas Biolabs
Rohstatusreceived · pending_quote_review
Aktualisiert2026-06-26 12:48
QuelleAtlas OS · sichtbar in Superadmin
Humangenetik Berlin
Humangenetischer Befund · signiert
Ärztlich signiert
Report-ID
R-ATL-2026-07404663
Fallnummer
ATL-2026-07404663
Atlas-OS-Auftrag
386
Patient (pseudonym.)
Junge, 4 Jahre
Material
EDTA-Blut (Index + beide Elternteile)
Probeneingang
Befunddatum
2026-06-18
Methode
Trio-Exomdiagnostik (WES), Index + beide Elternteile; SNV/Indel + de-novo-Analyse

Indikation

Prüfung der Indikation für eine Trio-Exomdiagnostik bei einem 4-jährigen Jungen mit globaler Entwicklungsverzögerung, Epilepsie und weiteren Auffälligkeiten.

Auftrag

Trio-Exomdiagnostik (Trio-WES), Index + beide Elternteile

Ergebnis

Befund mit diagnostischer de-novo-Variante

Im Rahmen der Trio-Exomdiagnostik wurde eine heterozygote de-novo-Variante im STXBP1-Gen identifiziert, die gemäß ACMG/ACGS-Kriterien als pathogen klassifiziert wurde. Diese Variante erklärt den klinischen Phänotyp des Patienten mit globaler Entwicklungsverzögerung und Epilepsie und stellt somit eine relevante diagnostische Erkenntnis dar.

Nachgewiesene Varianten

GenTranskriptVarianteGenomische PositionZygotieErbgangMAFKlassifikation
STXBP1NM_003165.6c.1217G>A; p.(Arg406His)chr9:130426974 G>A (hg19)heterozygotAD (de novo)0 (gnomAD)pathogen (+10)

STXBP1 · c.1217G>A; p.(Arg406His)OMIM 602926

STXBP1 (Munc18-1) reguliert die synaptische Vesikelfusion; Haploinsuffizienz ist mit frühkindlicher Epilepsie und Entwicklungsverzögerung assoziiert. De-novo-Loss-of-function- und Missense-Varianten sind ein etablierter Mechanismus für STXBP1-Enzephalopathie (prototypische, synthetische Annahme). Entwicklungs- und epileptische Enzephalopathie (prototypisch)

ACMG/ACGSStärkePunkteBeschreibung
PS2strong+4De novo bestätigt (Trio: in beiden Eltern nicht nachweisbar) — prototypisch. PMID: 25741868
PM2moderate+2Variante fehlt in der gnomAD-Populationsdatenbank. gnomAD
PP3supporting+1In-silico-Tools sagen einen schädigenden Effekt voraus (REVEL, SpliceAI). PMID: 27666373
PP2supporting+1Missense in einem Gen mit niedriger benigner Missense-Rate und etabliertem Missense-Mechanismus. ClinGen

Klinische Interpretation

Die identifizierte heterozygote de-novo-Variante c.1217G>A; p.(Arg406His) im STXBP1-Gen ist pathogen und erklärt den klinischen Phänotyp des Patienten mit globaler Entwicklungsverzögerung und epileptischen Anfällen. STXBP1-Mutationen sind eine etablierte Ursache für epileptische Enzephalopathien und Entwicklungsstörungen. Die Befundlage ist konsistent mit der klinischen Präsentation und unterstützt die Diagnose einer genetisch bedingten neurodevelopmentalen Erkrankung.

Empfehlung

Es wird empfohlen, die genetische Diagnose in die klinische Betreuung einzubeziehen. Eine genetische Beratung der Familie sollte erfolgen, um die Bedeutung der de-novo-Variante zu erläutern und mögliche Konsequenzen für die Familienplanung zu besprechen. Weiterführende neurologische und entwicklungsbezogene Therapien sollten entsprechend angepasst werden. Eine regelmäßige Verlaufskontrolle wird angeraten.

Genetische Relevanz

Die Entdeckung einer pathogenen de-novo-Variante im STXBP1-Gen unterstreicht die Bedeutung der Trio-Exomdiagnostik bei Patienten mit globaler Entwicklungsverzögerung und Epilepsie. STXBP1 ist ein gut charakterisiertes Gen mit klarer Assoziation zu neurodevelopmentalen Störungen und epileptischen Enzephalopathien. Die genetische Diagnose ermöglicht eine gezielte Betreuung und Beratung.

Methoden

Trio-Exomsequenzierung: Die Analyse erfolgte mittels Trio-Exomsequenzierung (WES) von Blutproben des Patienten und beider Elternteile. Die bioinformatische Auswertung umfasste die Detektion von SNVs und Indels sowie eine spezifische de-novo-Varianzenanalyse.

Qualitätskontrolle

  • Die durchschnittliche Abdeckung des Exoms lag bei >100x, mit >98% der Zielregionen abgedeckt mit mindestens 20x.
  • Die Abdeckung der kodierenden Regionen und angrenzender Spleißstellen war umfassend und ausreichend für eine zuverlässige Variantendetektion.
  • Die Qualität der DNA-Proben war für die Sequenzierung und Analyse geeignet.
  • Klassifikationsrahmen: ACMG / ACGS-2024v1.2 / ClinGen

Limitationen

Die Trio-Exomdiagnostik erfasst primär SNVs und kleine Indels in kodierenden Regionen und angrenzenden Spleißstellen. Größere strukturelle Varianten, mitochondriale Varianten oder epigenetische Veränderungen können nicht zuverlässig detektiert werden. Negative Befunde schließen eine genetische Ursache nicht vollständig aus.

Referenzen

  1. Richards et al., 2015, Genet Med
  2. ACMG Standards and Guidelines, 2024
  3. ClinGen Dosage Sensitivity Map
Ausstellende InstitutionHumangenetik Berlin
Verantwortlicher ArztDr. E.-K. Suk
Signiert vonDr. E.-K. Suk
Auslieferung: Kinderneurologie / SPZ Dr. Neumann (Überweiser · E-Mail) · Kanal portal · Status sent
Prototyp · synthetische/pseudonymisierte Daten · keine klinische Nutzung.
Ein hochgeladener externer Befund wird die autoritative Version; der Atlas-Entwurf wird als Hilfsentwurf markiert.
Befund-Versionen1 Version(en) · append-only
R1 · R-ATL-2026-07404663ausgeliefert · Atlas AI · signiert 07:42 Uhr · ae29ecc5
Auslieferungan Einsender geliefert · Patientenfassung optional
ExportPDF · JSON · FHIR-ready
Auditvollständig · v2026.05 gespeichert
Reanalysenoch nicht ausgeführt
Vergleicht den gespeicherten Befund gegen die aktuelle Wissensbasis und protokolliert das Ergebnis.
v0.1.0·Prototyp·Impressum·Datenschutz